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STRANGEPLACE Sabishii

Ein Versuch über die Wehmut

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Die Aus­stel­lung ver­bin­det Peter Voigts men­schen­lee­re Archi­tek­tur­fo­to­gra­fien aus Tokio und Kat­rin Pauls fra­gi­le Papier­ar­bei­ten zu einem stil­len Dia­log über „Sabis­hii“ 寂しい – jenes Gefühl von emo­tio­na­ler Lee­re und lei­ser Melan­cho­lie, das Orte und Räu­me durch ihre sicht­ba­re Ein­sam­keit und ver­bor­ge­ne Erin­ne­rung aus­strah­len können.

Kat­rin Paul — Instal­la­ti­on

Peter Voigt — Pho­to­gra­phy

Ope­ning remarks — Max Pau­er

Installation

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Kat­rin Paul arbei­tet inter­na­tio­nal mit Papier, Instal­la­ti­on und Foto­gra­fie. Ihre Stu­di­en führ­ten sie neben Dort­mund und Karls­ru­he auch an die Tama Art Uni­ver­si­ty in Tokio, wo sie wäh­rend meh­re­rer Stu­di­en- und Sti­pen­di­en­auf­ent­hal­te leb­te und arbei­te­te. In ihrer künst­le­ri­schen Pra­xis erforscht sie die Mate­ria­li­tät von Papier und trans­for­miert es mit­tels Tech­ni­ken wie Rei­ßen, Fal­ten oder dem Ein­wir­ken von Hit­ze und Flüs­sig­kei­ten. Ihre Wer­ke bewe­gen sich zwi­schen Zeich­nung, Objekt und Raum­in­stal­la­ti­on. Paul stell­te ihre Arbei­ten unter ande­rem in Japan, den USA und Euro­pa aus und nahm an zahl­rei­chen Aus­stel­lun­gen teil.

geschnit­ten – gezeich­net
Papier, Blei­stift auf Papier
60 × 50 × 50 cm
60 × 60 × 80 cm
30 × 30 × 40 cm 

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geschnit­ten – gelöchert

Soli­tär — sequence

Papier, Zeich­nung, Bei­stift auf Papier.
40 x 40 x 66 cm 

© Strangeplace 

Fotografie

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„Sabis­hii“ ver­sam­melt urba­ne Ansich­ten von Peter Voigt aus Tokyo und Hiro­shi­ma, auf­ge­nom­men nachts oder bei bedeck­tem Him­mel. Voigt mei­det iko­ni­sche Set­zun­gen und kon­zen­triert sich auf archi­tek­to­ni­sche Kon­stel­la­tio­nen, die sich aus der Viel­falt von Details und Bau­tei­len erge­ben. Die digi­ta­le Groß­bild­ka­me­ra arbei­tet per­spek­tiv­ge­ra­de und hoch­prä­zi­se; Maß, Rhyth­mus und Fügun­gen wer­den les­bar.
Die Bil­der sind sach­lich und zugleich nar­ra­tiv ver­dich­tet: Bedeu­tung ent­steht aus Anord­nung, Abstän­den und Spu­ren von Nut­zung. Die Sze­nen sind weit­ge­hend men­schen­leer; ein­zel­ne Figu­ren erschei­nen punktuell—nicht als Prot­ago­nis­ten, son­dern als Maß­stab und zeit­li­che Set­zung. Fremd­heit und Selbst­be­zug fal­len zusam­men; das Gese­he­ne löst sich par­ti­ell vom benann­ten Ort und lenkt die Auf­merk­sam­keit auf den Akt des Sehens.

peter-voigt-sabishi-07

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Dai­go Fuku­ru Maru

Am 1. März 1954 geriet das japa­ni­sche Thun­fisch­fangschiff in den radio­ak­ti­ven Fall­out eines US-Was­ser­stoff­bom­ben­tests bei Biki­ni; die Besat­zung wur­de ver­strahlt, der Fun­ker Aiki­chi Kuboy­a­ma starb spä­ter. Das erhal­te­ne Schiff wird in einem Muse­um in Tokyo gezeigt. Die Foto­gra­fie iso­liert die ursprüng­li­chen Holzplanken—als mate­ri­el­les Zeug­nis: Mase­rung, Fugen, Aus­bes­se­run­gen, Kratz­spu­ren. Das Bild zeigt eine unge­wöhn­li­che opti­sche Klar­heit und eben­en­treue Prä­zi­si­on; die Detail­auf­lö­sung wirkt bei­na­he unwirk­lich und lädt dazu ein, die Ober­flä­che als Doku­ment zu lesen. Bedeu­tung ent­steht aus Anord­nung und Abstand, aus der mess­tech­nisch still­ge­leg­ten Ebe­ne der Bret­ter. Im Kon­text von Sabis­hii wahrt das Bild Distanz und ver­traut dar­auf, dass Mate­ri­al Zeit und Ereig­nis trägt—ohne dra­ma­tur­gi­sche Zuspit­zung.

Lucky Dra­gon No. 5

120 x 90 cm

Hah­ne­müh­le Pho­to Rag Bary­ta

Hal­be Distanz­rah­men
Edi­ti­on 5 +2 AP

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Aki­ha­ba­ra-Gewin­ne (Tri­pty­chon)

Drei Foto­gra­fien von Kran­spiel-Gewin­nen aus Akihabara—kleine Man­ga-Figu­ren, gekauft oder in den Spiel­hal­len gewon­nen. Nachts wer­ben in den­sel­ben Stra­ßen Frau­en in ähn­li­chen Kos­tü­men für Hos­tess- und The­men­bars, teils mit dem Andeu­ten ent­gelt­li­cher Gesell­schaft. Die Über­la­ge­rung von Mas­kott­chen und Per­son erzeugt eine leicht halb­sei­de­ne Note, aus bewusst distan­zier­ter Beob­ach­ter­po­si­ti­on. Gerahmt mit run­den Aus­schnit­ten und pas­tell­far­be­nen Pas­se­par­touts, die die spiel­zeug­haf­te Prä­sen­ta­ti­on und einen bewusst kal­ku­lier­ten Kitsch beto­nen.

Aki­ha­ba­ra

28 x 35 cm

Hah­ne­müh­le Pho­to Rag Smooth

Pas­se­par­tout colo­red

Hal­be Distanz­rah­men

Edi­ti­on 8 +2 AP

K‑District, Tokyo

Fer­ne Nacht­auf­nah­men über die Bucht von Tokyo mit petro­che­mi­schen Tanks und Hafen­in­dus­trie. Die leuch­ten­den „K“-Signale gehö­ren zum nau­ti­schen Baken­system; das Gebiet liegt inner­halb der Kei­hin/Kei­yō-Indus­trie­zo­nen rund um die Tokyo­bucht. Die Serie berührt Voigts lau­fen­de Industriedokumentation.