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STRANGEPLACE Unbestimmtheitsstellen

Ver­such über das Unge­fäh­re.

Aus­stel­lungs­pro­jekt über Per­spek­ti­ven­fra­gen und Rea­li­täts­kon­sti­tu­ti­on durch Tech­nik und Kon­text, Bild und Bewe­gung.

Dia­lo­gi­sche Begeg­nung inmit­ten gras­sie­ren­der Hyper­rea­li­tät zwi­schen Raum­fahrt­ar­chiv und Raum­wahr­neh­mung,
Fehl­leis­tung und Fall­bei­spiel, wei­tem Rau­schen und Clo­sed Cir­cuit.


Felix Pausch: Instal­la­ti­on

Peter Voigt : Photography

Felix Pausch • Installation

Frank­fur­ter Sozio­lo­ge, Künst­ler und Aus­stel­lungs­ma­na­ger. Arbei­tet bild­end­künst­le­risch instal­la­tiv, clo­sed-cir­cuit, video­gra­fisch, mit­un­ter per­for­ma­to­risch zwi­schen Audio, Video und Per­for­mance.

U.a. ehe­mals SIKS-Frank­furt, HoRsT-Gal­lus, Extre­mis­mus­for­schung und aktu­ell ZKM Karlsruhe.

Peter Voigt • Photography

Peter Voigts Arbei­ten in Unbe­stimmt­heits­stel­len ver­fol­gen eine his­to­ri­sche und künst­le­ri­sche Linie von den Anfän­gen der ana­lo­gen elek­tro­ni­schen Foto­gra­fie bis hin zur zeit­ge­nös­si­schen digi­ta­len Bild­auf­nah­me. Sei­ne Foto­gra­fien knüp­fen an Über­tra­gungs­feh­ler und Bild­stö­run­gen an, wie sie erst­mals in der Raum­fahrt­fo­to­gra­fie der 1960er- und 1970er-Jah­re auf­tra­ten – ins­be­son­de­re bei den NASA-Mis­sio­nen Sur­vey­or, Viking und Voy­a­ger. Die­se frü­hen Glit­ches, ver­ur­sacht durch insta­bi­le elek­tro­ni­sche Signa­le und mecha­ni­sche Unzu­läng­lich­kei­ten, bil­den den Aus­gangs­punkt für einen Dia­log mit den heu­ti­gen Syn­chro­ni­sa­ti­ons- und Schwarz­ab­gleichs­feh­lern, wie sie bei hoch­auf­lö­sen­den digi­ta­len Rück­tei­len auftreten.

Voigt arbei­tet bewusst an den tech­ni­schen Rän­dern bild­ge­ben­der Sys­te­me und ver­wan­delt unbe­ab­sich­tig­te Stö­run­gen in visu­el­le Phä­no­me­ne, die Wahr­neh­mung und Wirk­lich­keit hin­ter­fra­gen. Durch die Kom­bi­na­ti­on von his­to­ri­schen NASA-Bil­dern und eige­nen aktu­el­len Auf­nah­men zeigt er eine bestän­di­ge Fra­gi­li­tät tech­no­lo­gi­scher Bild­wel­ten – trotz jahr­zehn­te­lan­ger Ent­wick­lung. In Unbe­stimmt­heits­stel­len sind Daten­ver­lus­te, Rau­schen und Syn­chro­ni­sa­ti­ons­feh­ler kei­ne blo­ßen Defek­te mehr, son­dern Hin­wei­se auf eine grö­ße­re Unge­wiss­heit – ein Zei­chen dafür, dass selbst die fort­schritt­lichs­ten Bild­tech­no­lo­gien stets an Feh­ler, Kon­text und Inter­pre­ta­ti­on gebun­den bleiben.

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Ana­lo­ge elek­tro­ni­sche Fotografie

Frü­he Raum­fahrt­mis­sio­nen ver­wen­de­ten ana­lo­ge elek­tro­ni­sche Bild­sys­te­me mit Vid­icon-Röh­ren, um Stand­bil­der auf­zu­neh­men. Die Sze­nen wur­den zei­len­wei­se abge­tas­tet und in ana­lo­ge Signa­le umge­wan­delt, die zur Erde über­tra­gen wur­den. Die Bild­qua­li­tät war durch die Emp­find­lich­keit der Röh­ren und die Insta­bi­li­tät der ana­lo­gen Über­tra­gung begrenzt – mit typi­schen Stö­run­gen wie Rau­schen, Ver­zer­run­gen oder feh­len­den Daten.
Wäh­rend die Bild­auf­nah­me ana­log blieb, setz­ten spä­te­re Mis­sio­nen auf digi­ta­le Über­tra­gungs­ver­fah­ren, die Zuver­läs­sig­keit und Klar­heit ver­bes­ser­ten. Auch in Wis­sen­schaft, Indus­trie und Über­wa­chung fan­den ana­lo­ge Bild­sys­te­me Anwen­dung, blie­ben jedoch auf­grund ihrer Kom­ple­xi­tät und Kos­ten eine tech­ni­sche Nische. Ihre typi­schen Feh­ler­bil­der prä­gen heu­te das visu­el­le Erbe frü­her maschi­nel­ler Bild­wel­ten..

Sur­vey­or 3 mosaic

Ori­gi­nal vin­ta­ge NASA pho­to­graph

Sil­ver gela­tin print

80 x 105 cm

prin­ted in 1966

Stran­gel­ove Coll­ec­tion (pro­ven­an­ce: Enri­que Gar­cia, NASA).

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Stran­ge Sur­vey­or 1

Im Rah­men der Aus­stel­lung doku­men­tier­ten wir den Boden unse­res Aus­stel­lungs­raums mit einem hoch­auf­lö­sen­den Kame­ra­sys­tem, das wir augen­zwin­kernd Stran­ge Sur­vey­or 1 nann­ten. Die dar­aus ent­stan­de­ne Serie Ground­work ori­en­tiert sich an den frü­hen Mosa­ik­fo­to­gra­fien der Sur­vey­or-Mis­sio­nen. Ein­zel­bil­der wur­den zu groß­for­ma­ti­gen Kom­po­si­tio­nen zusam­men­ge­setzt; die Ori­gi­nal­da­tei­en errei­chen Grö­ßen von bis zu acht Metern. Aus prak­ti­schen Grün­den wur­den die Dru­cke in ver­klei­ner­tem For­mat produziert.

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Digi­tal Sen­sor Artifacts

Im Rah­men der Aus­stel­lung doku­men­tier­ten wir den Boden unse­res Aus­stel­lungs­raums mit einem hoch­auf­lö­sen­den Kame­ra­sys­tem, das wir augen­zwin­kernd Stran­ge Sur­vey­or 1 nann­ten. Die dar­aus ent­stan­de­ne Serie Ground­work ori­en­tiert sich an den frü­hen Mosa­ik­fo­to­gra­fien der Sur­vey­or-Mis­sio­nen. Ein­zel­bil­der wur­den zu groß­for­ma­ti­gen Kom­po­si­tio­nen zusam­men­ge­setzt; die Ori­gi­nal­da­tei­en errei­chen Höhen von bis zu acht Metern.
Aus prak­ti­schen Grün­den wur­den die Dru­cke in ver­klei­ner­tem For­mat produziert.

Strange­place Edi­tion Nr.: 4